Freitag, 19. Oktober 2018

Ein herbstliches Special: Das "House of Scotland" in Wien!



Diesmal gibt es einen Beitrag, den ich schon lang im Sinn hatte...

Ein Special über das "House of Scotland", das heuer zum dritten Mal in der Wollzeile in der Wiener Innenstadt Station macht:






Das House of Scotland basiert auf einer Idee, die Peter Bichler - der Inhaber und die gute Seele des schottischen Warenhauses - vor mehr als 30 Jahren während eines Aufenthalts in Schottland hatte.

Peter Bichler wurde praktisch in die Textilbranche "hineingeboren" und hatte bereits das Familienunternehmen übernommen, als ihn in Schottland die unglaublich hohe Qualität der Strickwaren und der Tweed-Kleidungsstücke nachhaltig beeindruckten: der Grundstein des House of Scotland war gelegt.

Über viele Jahre ganzjährig in Krems und St. Pölten ansässig, ist das House of Scotland mittlerweile saisonal zwischen Oktober und März über die kalte Jahreszeit geöffnet, und das meist mitten in Wien an durchaus sich ändernden Standorten. Mir persönlich gefällt der Standort in der Wollzeile am besten - wo könnte ein Geschäft, das vorwiegend Tweed und Wollpullover anbietet, auch besser gelegen sein?


Das absolute Zugpferd des House of Scotland:
die tollen Tartan-Schals von Lochcarron um €19,90.
Nicht nur meine Lieblingsschals, sondern auch die von
Preppy-Ikone  Muffy Aldrich (Salt Water New England).



Die Affinität des Wieners beziehungsweise der Wienerin zu schottischen Strickwaren und Tweed ist eine alte, durchaus logische - ist Wien doch seit jeher eine "zugige", windige Stadt, die im Winter auch gern recht kalt werden kann. Außerdem ist der Wiener auch ein bisserl ein "Sparmeister", der gern Gutes zum besten Preis kauft.

Hier setzt das clevere Konzept von Herrn Bichler an: das Geschäft mit der warmen Wolle geht am besten über Herbst und Winter, im Sommer jedoch nur schleppend - daher nur saisonaler Verkauf, aber dafür zum bestmöglichen Preis... eine Rechnung, die aufgeht!

Sein über Jahrzehnte aufgebautes Netzwerk an persönlichen Kontakten und Freundschaften zu vielen Herstellern seiner Waren macht es möglich, dass fast alle Sakkos, Schals und Pullover, die im House of Scotland angeboten werden, hier in Wien mitunter günstiger verkauft werden können, als in vielen Online Shops der jeweiligen Anbieter.

Heuer kommt auch der "Brexit"-bedingte Fall des britischen Pfunds "preiserleichternd" dazu - auf Dauer wird der Brexit allerdings wohl für alle Beteiligten im Handel eher mehr Nachteile als Vorteile bringen, fürchtet Peter Bichler.


In den Flaschen befindet sich ein spezielles Kaschmir-
Pflegewaschmittel...

Von Lochcarron gibt es auch Taschen und andere
 Accessoires...

...ein Muss für jede/n Preppy!


Ein Schwerpunkt des House of Scotland liegt seit einigen Jahren auf Strickwaren beziehungsweise Tweed aus völlig ungefärbter Wolle - hier wird die Struktur durch die verschiedenen Nuancen der natürlichen Farben der unterschiedlichen Schafrassen erzielt:


Links die ungefärbten Pullover - rechts die bunten...

Neu seit letztem Jahr sind die großartigen - weil innovativen - Handschuhe, Schals, Hauben und Pullover der neuseeländischen Marke und Produktion von "Noble Wilde". Die absolute Spezialität von Noble Wilde ist ein Mischgewebe aus Merinowolle und dem Fell des "Possums" (auf deutsch "Fuchskusu"). Das Fell des Fuchskusus besteht wie das Fell des Eisbären aus Haaren, die innen hohl sind - daher ist der Garn aus diesem Gemisch wunderbar leicht und warm, aber auch sehr klimaregulierend. Man bekommt sozusagen alle Vorteile der Merinowolle kombiniert mit den Vorteilen des Possumfells.

Das Ergebnis sind Strickwaren, die zwar nicht billig, aber tendentiell sogar günstiger als ähnliche Strickwaren aus Kaschmirmischungen sind. Dabei sind sie allerdings weitaus haltbarer, weil sie auch so gut wie gar nicht pillen und fasern.

Man könnte sich jetzt fragen, wo bei Neuseeland der Bezug zu Schottland ist: nun, die Inhaber von Noble Wilde heißen Douglas. Sie sind Nachfahren von schottischen Auswanderern...





Eine weitere Spezialität von Peter Bichler ist die wahrscheinlich österreichweit größte Auswahl an Sakkos aus "Harris Tweed"...

Mit Taillierung, Doppelschlitz,  schrägen Pattentaschen ("Hacking Pockets") inklusive "Ticket Pocket" und recht betonten, leicht abfallenden Schultern: so wie es sich gehört!



Passt!

Ganz neu sind heuer diese Gilets ("Waistcoats") -
hier ist auch der Rücken ausnahmsweise aus Harris Tweed.
Für ganz kalte Tage unter dem Sakko oder eher warme
Herbsttage zum "blank" tragen.


Legendär ist auch die Auswahl aus Flat Caps der irischen Marke "Hanna Hats" - die meisten davon ebenfalls aus Harris Tweed, und ebenfalls zum absolut besten Preis. Sehr speziell und augenzwinkernd sind die Hanna Hats-Kappen aus Patchwork-Stoff beziehungsweise die so genannten "Deerstalker"-Jagdhüte (auch als "Sherlock Holmes"-Hüte bekannt):


Oben: Deerstalker Hats; unten: Sakkos und ein
(nur an dieser Stange!) vereinsamter, aber großartig
schöner Duffle Coat von Gloverall.


Als ich im House of Scotland zu Besuch war, war gerade eine große Lieferung von Gloverall Duffle Coats angekommen - auch was diese betrifft, gibt es in Wien kaum eine bessere Auswahl zu einem besseren Preis. Hätte ich nicht bereits zwei (!) Duffle Coats...



Im "Bargain Rack" (rechts unten) gibt's Restbestände
der insolventen Hersteller Peter Scott und Hawick Knitwear...



Auch die Auswahl an Plaids (Wolldecken aus original Tartan-Stoffen) kann sich sehen lassen... Ich wurde mittlerweile von meiner Gattin beauftragt, eine solche Decke zu besorgen. Wenn ich bloß wüsste in welchem Tartan...


Peter Bichler inmitten seiner Verkaufshits...

Das ist erst der erste Schwung an Plaids - da kommen
noch weitere von Abraham Moon & Sons Ltd. dazu...


Nach meinem Gespräch mit Herrn Bichler musste ich natürlich noch einmal durch das Geschäft streifen und mir etwas aussuchen. Ich muss zugeben, ich war noch nie im House of Scotland ohne etwas zu kaufen. Noch nie...



Ich konnte natürlich nicht anders!


Samstag, 13. Oktober 2018

Eine neue Serie - Die "Insta-Tour!"






Vor bald einem Jahr habe ich Instagram für mich enteckt.

Ich kannte Instagram natürlich schon, und hatte auch ein Konto - aber eigene Postings gab es noch nicht, und ich bin praktisch niemandem "gefolgt".

Mittlerweile ist das anders, und ich hatte die Idee, einige der Instagram-User, denen ich folge (und die im Gegenzug mir selbst auch folgen) zu interviewen.

Diese "Insta-Tour", die durch mehrere Länder führt, wird als fortlaufendes Blog-Thema (ähnlich der "Tour deMod") über einen längeren Zeitraum immer wieder mit dem einen oder anderen Beitrag im Mittelpunkt stehen.

Doch nun genug - die erste Station der Tour wird nicht allzu lange auf sich warten lassen!



 




Sonntag, 7. Oktober 2018

"Salon of Excellence" im Design District 1010 Wien - ein kleiner Rückblick


Gestern traf ich mich mit ein paar Freunden, um einer Podiumsdiskussion über Schneiderhandwerk und Stil im Rahmen der Veranstaltung "Salon of Excellence", die im Wiener Looshaus stattfand, beizuwohnen.

Der "Salon of Excellence", veranstaltet von Alex Djordjevic (DeGorsi Consulting) fand bereits öfter in anderen Städten statt, so auch heuer schon bei der "Pitti Uomo" in Florenz. Der Standort war das wunderschöne Wiener Looshaus, das 1911 ursprünglich für den Wiener Herrenausstatter Goldman und Salatsch errichtet worden war - einen besseren Ort für eine sartoriale Veranstaltung gibt es hier in Wien kaum...


Die illustre Runde

Und so konnten wir einer sehr netten Runde zuhören - die Teilnehmer an der Diskussion waren Bernhard Roetzel (der Autor der Bücher "Der Gentleman" oder "Gentleman Lookbook"), Lorenzo Cifonelli (Ciffonelli of Paris, traditionelle Pariser Herrenschneiderei), Umberto Pacotto (Sales Direktor Lanificio Cerruti) und Allessandro Siniscalchi (Siniscalchi Milano, traditionelle Mailänder Hemdenschneiderei).

Wirklich bemerkenswert ist, dass grundsätzlich sehr junge Leute heutzutage das größte Interesse an Maßkleidung und klassischem Stil zeigen, was auch an den restlichen Teilnehmern im Looshaus zu bemerken war.

Hier noch ein paar fotografische Eindrücke:







Von links nach rechts: Umberto Pacotto, Alex Djordjevic,
Bernhard Roetzel, Lorenzo Cifonelli, Alessandro Siniscalchi
Wir durften auch auf ein Bild mit Bernhard Roetzel!
Ganz links ist Nina Kainz von "Nina's Needles", eine
ganz fantastische Wiener Schneiderin...
Hauptpartner der Veranstaltung war Lanificio Cerruti.







Zu Geschenken kann und darf man nicht "Nein" sagen...


Ein guter Bekannter hat mir letztens zwei Herbst/Winter-Hosen von Hackett London (Made in Italy) geschenkt, weil sie ihm zu klein geworden waren...

Ich hab' die Hosen gewaschen und im Trockner "vorbehandelt", denn mir waren sie zu groß. Den Rest hat der Änderungsschneider erledigt... Jetzt passen sie wirklich gut!

Beide Hosen sind weiß und aus Baumwolle - einmal Moleskin, einmal ein sehr schöner Twill:

Besonders die linke Hose aus Moleskin sollte wirklich
gut zu Blazer und Tweed passen! Die andere werde
ich hauptsächlich zu Flanell und Shetlandpullis tragen.


Sag' nie "Nein" zu einer guten Hose... Die obligatorischen Tragebilder werden schon bald folgen!




Samstag, 22. September 2018

Schnäppchen nebenbei - K-Way Le Vrai Apparel Claude 3.0


In den späten 1980er-Jahren musste man dort, wo ich in die Schule gegangen bin, eine packbare Regenjacke von "K-Way" haben.

Ich hatte keine...

Aber jetzt hab ich eine, gekauft für ein Drittel des Originalpreises. Mit modernen Features wie atmungsaktivem Ripstop-Nylon, "taped seams" und und und:








Ein Klassiker des typischen 80er-Jahre-"Casual"-Stils. Ich bin zufrieden! Auch sehr gut für kleinere Wanderungen geeignet, falls es unerwarteterweise zum Regnen beginnt...





Freitag, 21. September 2018

Spätsommerliche Sonnenbrillenschnäppchen... Carrera 100/s und Givenchy `Wayfarer'-Style, Made in Italy!



Ich bin ein Meister der Sonnenbrillenschnäppchen!

Bei TK Maxx ist mir vor einigen Wochen eine wirklich tolle Givenchy-Brille Made in Italy im Vintage 'Wayfarer'-Stil untergekommen - zu einem Bruchteil des Originalpreises:



Der Rahmen ist aus Acetat...


...die Scharniere sind von höchster Qualität...


und die Bügel sind natürlich verstärkt.



Und letzte Woche bin ich online über eine Carrera '100/s' gestolpert...

Auch diese Brille war entscheidend günstiger als der Originalpreis es gewesen wäre:



Hier haben wir einen leichten Kunststoffrahmen...

mit leichten Metall-Druckgussbügeln...

...im klassischen Carrera Pilotendesign.




Ich liebe Sonnenbrillen! (Falls das irgendjemand nicht gewusst hat) 😀



Montag, 10. September 2018

Alltägliche Utensilien... Teil III



Vor vier Jahren hatte ich bereits "Alltägliche Utensilien" beziehungsweise

"Alltägliche Utensilien...Teil II" gepostet...


Nach dieser doch etwas längeren Pause hat sich da einiges verändert:



Veja La Panoplie Brieftasche, entweder Hapo Austria (vintage)
oder Opinel No. 8 Taschenmesser, Givenchy Made in Italy Sonnenbrille,
Dora's Trinkflasche, Apple iPod (in der Filztasche),
Huawei P9, Doppler Taschenschirm, Forbes Taschenkalender/Organizer
mit 1967 Ballograf, modifizierter Schlüsselanhänger von COS,
Mini-Leatherman, Florentiner Münztasche von Il Bussetto Firenze,
Mitsubishi Pajero Pinin Autoschlüssel.






Donnerstag, 30. August 2018

Toskana-Urlaub 2018: Schnäppchen, Handwerkskunst und schöne Geschäfte...



Meine Frau, ich und meine Tochter lieben die Toskana. Daher waren wir im heurigen Urlaub zunächst in Viareggio und danach in Florenz...

Weil das Wetter bei der Ankunft in Viareggio wechselhaft war, konnten wir diesen ersten Tag gleich für einen Tagesausflug nach Lucca nutzen - die Altstadt von Lucca ist einer der schönsten und atmosphärisch angenehmsten Orte auf der Welt für uns geworden...

Dort gibt es nach wie vor das kleine "Degortes Outlet", in dem ich schon 2016 sehr nette Stücke ergattern konnte. Es ist immer den einen oder anderen kurzen Blick wert!

 Auch diesmal war etwas dabei, und das für wirklich eher kleines Geld:


Hervorragend sitzendes, nur leicht
strukturiertes Sommersakko aus Leinen...

...von Paolini,  Made in Italy.
Gilet aus Baumwollpiqué im Smoking-Stil,
ebenfalls von Paolini.

Eine Baumwollweste von Woolrich Woolen Mills
im "Black Watch Tartan",  Made in USA...

Das Design nennt sich "Upland" und stammt
wahrscheinlich von Mark McNairy.

Danach war es wettertechnisch wunderbar zum Baden in Viareggio Beach, und daher waren meine Käufe dort auschließlich badetechnisch motiviert. So kann man dort praktisch nicht am Flagship Store von "Sundek" vorbei:




In Viareggio verwendet niemand Orlebar Brown oder
Vilebrequin. Aber jeder Zweite benutzt eine Badeshort von
Sundek...

Das Material ist besser für das Baden im
Meer geeignet als bei allen anderen Badeshorts,
die ich besitze...

Das Material ist stark wasserabweisend,
der Zipp ist völlig wasserdicht.


Meine Tochter hatte für den Urlaub - noch in Wien - Sandalen von "Ipanema" bekommen. Daher wusste ich, dass mir Ipanemas vom Material und der Verarbeitung her mehr zusagen, als zum Beispiel "Havaianas".

Umso erfreuter war ich, als ich ein sehr schönes Paar Flip Flops in meiner Größe finden konnte - denn hier in Österreich aber auch in Italien kann man sonst kaum Ipanemas für Herren finden.

Meine weißen Crocs "Chawaii" sind zwar immer noch die besten Bade-Flip Flops - optisch wie komforttechnisch - aber so weiß wie sie sind, werden sie im Sand schnell unansehnlich. Außerdem sind Ipanemas Klassiker, "hecho en Brasil":









Danach ging es nach Florenz, in eine der Haupstädte der Herrenmode, aber auch ein eine der Hautpstädte der Lederverarbeitung schlechthin:



Die unzähligen, tollen "Sartorie"...

...und "Camicerie" haben allesamt sehr geschmackvolle
Auslagen.


Mannina Schuhe. Legendäre fllorentinische
Schuhe, tolle Designs und durchaus moderate Preise.

Am letzten Tag unseres Aufenthaltes war dann noch ein Besuch in der Lederwerkstatt von Giuseppe Fanara und seinem Sohn, "Il Bussetto Firenze" fällig...




"Il Tacco" ist die traditionelle florentinische Münztasche.
 
Aus einem Stück gearbeitet, ohne Nähte...

Natürlich gegerbt und gefärbt, vom Meister selbst...



Und so komme ich zum Ende meines "Toskana-Specials"...


Selbst die Ringelspiele sind
stilvoll in Florenz!

In einem Palazzo lässt sich's
gut wohnen...