Freitag, 24. Februar 2017

Und wieder einmal neue Sohlen für Red Wing Boots (Modell Brogue Ranger) - Vibram "2333"-Halbsohlen



Mein zweites Paar Red Wing Boots, das ich in Mümchen vor etwas mehr als drei Jahren gekauft hatte, ist zwar viel geliebt und getragen, aber in hervorragendem Zustand.

Dennoch, die an sich qualitativ hochwertigen Sohlen aus Nitril haben neben einer Reihe an Vorteilen (sehr abriebfest, guter Halt auf Asphalt, hohe Säure- und Ölbeständigkeit) zwei Nachteile:

Zum einen sie sind auf rutschig-gatschigem Schneeboden brandgefährlich (ähnlich wie Ledersohlen), zum anderen sind sie sehr hart, was sich eher negativ auf die Bequemlichkeit auswirkt, wenn man die Schuhe einen ganzen Tag lang trägt.

Aus diesem Grund - und weil die Absätze beziehungsweise die Sohlennaht ohnehin bereits ein wenig abgetragen waren - kam wieder einmal der Schuster des Vertrauens ins Spiel, der neue Gummiabsätze und Halbsohlen empfahl. Nach einigem Überlegen war mir klar, dass ich gerne Profilgummihalbsohlen haben würde, und zwar solche, wie auf diesen frisch reparierten Beckman Boots:










Quelle: Red Wing Berlin


Quelle: Red Wing Berlin


Die Reparatur in dieser Art ist die mit Abstand kostengünstigste und trotzdem vermutlich auch die langlebigste, denn die Halbsohlen können immer wieder ohne großen Aufwand getauscht werden.

Doch nun zu den obligatorischen Bildern - hier vor der Reparatur:








 
Und hier danach:


Die Nitril-Kork-Sohle ist geblieben.

Das Profil ist ein bisschen "kräftiger", aber immer noch
sehr "schlank"...

Die Schuhbänder sind auch neu...

Die Naht ist ab sofort geschützt - sind die Halbsohlen
abgetragen, werden sie einfach entfernt und neue
mit Spezialkleber aufgeklebt.




Sonntag, 12. Februar 2017

Schneiders Salzburg "Conan" - eine unerwartete Winterjacke im "Aviator-Stil"...


Schneiders Salzburg - bekannt für unfassbare Qualität und vor allem für konservative Lodenmäntel wie den berühmten "Hubertusmantel" - betreibt ein Abverkaufs-Outlet im Rahmen des "McArthur Glen"-Designer Outlets in Salzburg. Dort gibt es eine ganze Menge an Einzelstücken, die großartig reduziert sind - so kann man dort sehr schöne Lodenmäntel ab €120,-- (!!!) erstehen.

Ich persönlich war nicht auf der Suche nach auch nur irgendeinem Kleidungsstück, denn wir waren eigentlich auf der Suche nach einem Winterparka für meine Frau (den wir dann auch gefunden haben, allerdings bei "Barbour")... doch dann fand eben meine Frau eine Jacke. Eine Jacke für mich...

Wahnsinnig reduziert. Doch seht selbst:





Der (abnehmbare) Fellkragen ist aus Lammfell...



Der günlich-graue Tweedstoff
beherbergt ein dezentes, tolles
Fensterkaro.






Die Verarbeitung ist wirklich sehr gut und vor allem das dezente, und doch spannende Farbenspiel macht die Jacke zu einem vielseitig verwendbaren Winterkleidungsstück für nicht allzu kalte Wintertage...




Februar 2017

NACHTRAG:




Februar 2017



Dienstag, 17. Januar 2017

Alpha Industries N-3B 'Explorer' Parka... Der Abschluss eines Winterthemas!


Wie in meinem Parka-Beitrag vor einigen Wochen bereits erwähnt, schien meine Faszination und Begeisterung für diese Art Winterjacke ein Ende zu haben, als ich sehr günstig einen Holubar "Deer Hunter"-Parka erstehen konnte. Doch der hat sich ja leider als Reinfall erwiesen.

Nun bin ich nach wie vor extrem zufrieden mit meinem Jack Wolfskin-Parka, sowohl was sein Aussehen betrifft, als auch funktionell - jedoch, ab Temperaturen unter -5°C oder bei starkem eisigen Wind hält er einfach nicht richtig warm. Es sei denn, ich trage einen dicken Norweger-Pullover drunter, unter dem noch ein Merino-Rollkragen ist und zusätzlich Thermo-Unterwäsche...

Der Holubar-Parka hingegen war zwar nicht extrem warm, aber doch deutlich wärmer als mein geliebter Jack Wolfskin. Also hatte ich ein wenig Blut geleckt, ich wolle doch noch einen coolen, warmen Parka. Auch wenn ich bei kalten Temperaturen nicht erfroren wäre, ich besitze zum Glück auch einen Innenlamm-Mantel ;) (das ist aber nicht dasselbe).

In  meinem früheren Beitrag nur am Rande erwähnt wurde ein US-Militärparka, der doch sehr viele Fans hat und regelrechten Kultstatus genießt: der N-3B "Extreme Cold Weather"-Parka, auch "Snorkel-Parka" genannt. Vor einigen Jahren wollte ich schon einmal einen solchen, und irgendwie ist mir diese Idee vor etwa zwei Wochen wieder gekommen. Es war sehr kalt draußen...

1947 als "N-3 Extreme Cold Weather"-Jacke für Fliegerbesatzungen eingeführt, die in wirklich kalten oder arktischen Regionen operieren, erfuhr der Parka während der 1950er-Jahre zwei Überarbeitungen - zunächst als "N-3A"-Modell und schließlich 1959 als "N-3B"-Modell, das bis heute in mehr oder weniger derselben Ausführung produziert wird (über die Jahrzehnte ging die ursprüngliche Ausstattung mit Echtfellbeatz verloren, seit den 1960er-Jahren wird fast ausschließlich Kunstfell verwendet).




Barksdale Air Base 1960.
Die Kapuze dieses frühen N-3B-Parkas
ist offenbar mit Wolfsfell umrahmt.


Angeblich gibt es mindestens zwei Hersteller, die schon seit damals einen Vertrag mit der US-Armee haben, um (unter anderem) diesen Parka herzustellen. Der eine heißt Spiewak, der andere Alpha Industries.

Alpha Industries ist bei weitem der bekanntere Hersteller, besonders durch seine MA-1-Interpretation berühmt geworden - aber auch wahrscheinlich deshalb, weil die für zivile Zwecke hergestellten Jacken von Alpha wesentlich authentischer aussehen und auch günstiger zu bekommen sind. Wie die Leser meines Blogs ja wissen, besitze ich schon eine Bomberjacke von Alpha, mit der ich sehr zufrieden bin.

Langer Rede, kurzer Sinn - ich habe einen auf dem N-3B-Parka basierenden "Explorer"-Parka von Alpha erstanden und ich bin ziemlich angetan davon:


"Zivile" Alpha-Parkas halten angeblich
von 0°C bis minus 30°C warm,
militärische bis minus 50°C.
Mir war bei minus 14°Cjedenfalls nicht kalt,
obwohl ich nur ein T-Shirt und
einen Rollkragenpullover
anhatte.

Der (abnehmbare) Webpelzbesatz an
der Kapuze ist gelinde gesagt mächtig!

Den Aufnäher am rechten Arm hätte ich
nicht unbedingt gebraucht, er stört mich aber
auch  nicht besonders.



 
Jänner 2017



Ich glaube, die Faszination für diese Winterjacken wird nie wirklich ein Ende  haben - aber im Moment bin ich einfach sehr zufrieden!



NACHTRAG:




Jänner 2017


Mittwoch, 28. Dezember 2016

Vintage-Schnäppchen: ein grandioses "Burberrys'"-Sakko um € 19,90!


Heuer kein Weihnachtspost, ich bin ganz einfach nicht dazugekommen - und abgesehen davon sind auch keine nennenswerten Kleidungsstücke ins Haus geflattert (von einem tollen Hausanzug abgesehen, doch der ähnelt sehr einem Trainingsanzug... nichts für die "Männergarderobe" ;).

In letzter Zeit war mein Blog wirklich sehr "freizeitlastig", auf gut neudeutsch: "casual". Die mit Abstand meisten hier vorgestellten Kleidungsstücke  waren doch eher sportlicher Natur.

Diese Serie wird hier nun durchbrochen!

Anfang Dezember hatte sich ein langes Wochenende ergeben, daher machten wir einen kurzen Ausflug nach Graz - eine wunderschöne Stadt übrigens, vor allem im Advent... und im Stadtzentrum befindet sich eine "Humana"-Filiale. Wer mich kennt, weiß, was jetzt kommt!

Jawoll, altes Zeug um wenig Geld, oder besser: "Vintage-Schnäppchen" - diesmal ein Sakko von "Burberrys'" um € 19,90:



Sehr soft verarbeitet, weiche, handeingenähte
Einlagen, weich geschnittene Schultern.

"Burberrys'" mit "s" hinten lässt auf ein Datum VOR 1999
schließen.

"Made in Italy" lässt mich an die 1990er-Jahre denken -
tendenziell an die späten 1990er...

Der Stil ist ein perfekter Mix aus britischen
und italienischen Zutaten.

Das Sakko muss damals sehr teuer gewesen sein, denn die Verarbeitung ist extrem hochwertig mit viel Handarbeit - und weitaus besser als bei den eher langweiligen, mit verklebten Einlagen versehenen Sakkos, die ich Anfang der 2000er-Jahre bei Peek und Cloppenburg verkaufen durfte. Doch nun zum Wesentlichen - Tragebilder:



Passt wirklich gut!







Dezember 2016


 Ein weiterer Beweis dafür, dass man ganz einfach überall zeitlosen Stil für wenig Geld finden kann, wenn man nur einen guten Blick für die richtige Qualität hat!


Samstag, 3. Dezember 2016

Die wohl meistgetragene Winterjacke derzeit: der Parka!


Ein eher dummer "Unfall" mit meinem alten (Herbst/Winterkollektion 2009) Jack Wolfskin-Outdoorparka hat mich in den letzten zwei Wochen dazu gebracht, mich näher mit dem Phänomen "Parka" zu beschäftigen...

Zuerst aber noch eine gute Nachricht: die Jacke konnte vom Änderungsschneider "gerettet" werden und sieht - nachdem ich noch einen abknöpfbaren Plüschkragen zusätzlich habe anbringen lassen - jetzt so aus:




Ziel war es, keinen Schal mehr zu beötigen, denn der hohe Kragen war einem Schal meistens ohnehin nur im Weg und umgekehrt. Außerdem ist der "militärische" Look nun noch mehr unterstrichen, und das Plüsch ist in der Tat sehr flauschig und warm.

Doch wieder zurück zur Parka-Jacke an sich! Grundsätzlich stammt die Grundidee dieser Jackenart von den Inuit, die gegen die Kälte eine Überjacke mit Kapuze verwenden, ähnlich dem Anorak, nur länger und wärmer.

Tatsache ist, dass spätestens seit den 1950er-Jahren längere Jacken mit oder auch ohne Kapuze beim US-Militär gebräuchlich sind - eine Praxis, die seither in den meisten Armeen der Neuzeit Einzug gehalten hat. Besonders bekannt sind die Parkas M-65 und M-51("Fishtail-Parka") - ersterer als "Nato-Jacke", zweiterer als der "Mod-Parka" schlechthin! Ein Klassiker ist auch der "N-3B" Polar Parka, auch "Snorkel Parka" genannt...



Links: M-65 "Nato Parka"; Mitte: M-51 "Fishtail" Parka;
Rechts: N-3B "Olive Drab" Parka

Zu durchaus breiterer Bekanntheit hat es auch der deutsche "Bundeswehrparka" aus den 1970er-Jahren geschafft - ich selbst habe auch so einen besessen. Der Nachteil dieses Parkas ist, dass er sehr schwer ist - allerdings auch unverwüstlich und kaum kaputtzumachen!


Mein eigener hatte keine
Aufnäher mehr. Quelle: Ebay


Seither wurden Parkas nicht nur beim Militär verwendet, sondern auch beim Bergsport oder einfach bei kaltem Wetter. Ein Hersteller, der geradezu Pionierarbeit bei Outdoorkleidung und Outdoorequipment geleistet hat, war Holubar in den USA.

Holubar ist zum Beispiel für die Verwendung vom bahnbrechenden "60/40"-Material (60%Baumwolle, 40% Nylon - mit baumwolligem Griffgefühl, aber stark wasserabweisend) verantwortlich. Man stellte auch den ersten "Mountain Parka" - der oft fälschlicherweise der Marke Sierra Designs zugeschrieben wird - her.

Robert de Niro in einem Mountain Parka von Holubar.
Quelle: United Artists


1981 von the North Face übernommen, feierte die Marke Holubar 2011 ein Comeback, nachdem der Markenname von einigen enthusiastischen Italienern übernommen worden war. Möglicherweise nicht ganz so gut wie die Originale, sehen die neuen Holubar-Jacken jedenfalls ausgesprochen gut aus - ich persönlich finde die Winter-Variante des Mountain Parkas äußerst interessant:


Quelle: holubar.it


Geht es nach der gängigen Mode, sollte man derzeit allerdings entweder einen Woolrich- oder Canada Goose-Parka besitzen, am besten mit auffälligem Fellbesatz. Zweifellos über gute Qualität erhaben, sehen vor allem das "Arctic Parka"-Modell von Woolrich und der "Chateau-Parka" von Canada Goose sehr gut aus...


Links: Arctic Parka; Quelle: woolrich.com.
Rechts: Chateau Parka. Quelle: canadagoose.com


Ich persönlich sehe keinen Sinn darin, in unseren Breitegraden eine Winterjacke zu besitzen, die für Temperaturen ab minus 15°C und kälter gedacht ist, denn solche Temperaturen sind selten geworden. Abgesehen davon möchte ich aus verschiedenen Gründen keine Jacke verwenden, die Koyotenfell an der Kapuze hat! Interessanterweise wird der "Arctic Parka" neuerdings auch ohne jeglichen Pelz angeboten (Kunstpelzbesatz beziehungsweise auch Lammfell gab es eigens für einige Warenhäuser wie zum Beispiel P&C auch). Canada Goose hat auch einige wenige Jacken ganz ohne Pelzbesatz im Programm.


Links: Arctic Parka 'No Fur'; Quelle: woolrich.com. Rechts: Selkirk Parka;
Quelle: canadagoose.com


Woolrich Arctic Parka Fake Fur.
Quelle: Far Fetch Online Shop



Generell denke ich, dass ein Winterparka eher eine Gebrauchsjacke ist und kein Statussymbol - daher sind mir Marken wie Canada Goose oder Woolrich in diesem Fall zu teuer... interessanter finde ich da schon den Penfield Apex-Parka oder den Isthmus-Parka von The North Face:



Links: Apex; Quelle: penfield.com. Rechts: Isthmus; Quelle: thenorthface.com

Und wenn die € 200,-- Schallmauer nicht durchbrochen werden soll, dann sind da noch Uniqlo und Lands' End:



Links: LE City Down Parka; Quelle: landsend.com.
Rechts: Uniqlo Military Down Parka; Quelle: uniqlo.com


Wer Geld sparen möchte, dem sei hier in Österreich oder in Deutschland "Best Secret" empfohlen... Da gibt es zum Beispiel Holubar stark reduziert, aber auch reine Modemarken wie Tommy Hilfiger - die sollte man nicht immer außer Acht lassen, denn auch da kann man das eine oder andere Schnäppchen erwischen, das mitunter unverschämt gut aussieht:


Klassischer Parka von Tommy Hilfiger.
Gesehen bei "Best Secret".

Wenn ich mich für einen neuen Parka (den ich derzeit aber absolut nicht benötige) entscheiden müsste, wäre das wohl am ehesten der Holubar Deer Hunter Parka, dicht gefolgt von Penfield, Patagonia und eventuell Tommy Hilfiger...


NACHTRAG:

 

Ohne Worte (Best Secret macht's möglich!):

 



 
 


Dezember 2016

 

 UPDATE:

So genial der Holubar Parka verarbeitet scheint und so toll er auch aussieht... Nach dem ersten Tragen musste ich feststellen, dass da zwei Risse entstanden sind - innerhalb der seitlichen Einschubtaschen. So muss ich die Jacke leider zurückschicken...