Mittwoch, 26. Dezember 2012

Weihnachten...

... ist vorbei - der große Abverkauf ist im Anmarsch! Ich kann es kaum erwarten, morgen einen ersten Blick auf die Angebote zu werfen... da ich gerade dabei bin, über www.willhaben.at eine ganze Menge an Kleidungsstücken - vorwiegend Schuhe - zu verkaufen (und dabei sogar relativ erfolgreich bin), kann ich mir das eine oder andere Teil bald leisten!

Auf meiner Wunsch-Liste:

  • dunkelblaue ("Raw-Denim") Selvedge-Jeans
  • Red Wing "875" Moc Toe Boots
  • möglicherweise ein grüner Baby-Alpaca-Shetland-Pullover, oder  ein Fair Isle-Pullover..


Quelle: E35-Online Shop, Modell
"Nudie Grim Tim Open Dry Selvedge"






Quelle: Red Wing

Quelle: E35-Online-Shop, Modell:
"Howlin' by Morrison Taxman Sweater"




Ob ich erfolgreich war, und was es am Ende geworden ist, das verrät der nächste Blog-Eintrag! 

P.S.: Wer sich wundert, dass die "Red Wing"-Boots allzu sehr den Timberland-Boots aus meinem allerersten Eintrag ähneln, dem sei gesagt: diese Timberland wurden bereits auch über "Willhaben" verkauft...


Sonntag, 16. Dezember 2012

Colour up your life... Farben im Winter!

Die meisten von uns Männern tragen ihr Leben lang "unauffällige" Farben... vor allem im Herbst und im Winter. Irgendwie ist das auch nachvollziehbar, je weniger Sonnenlicht zu sehen ist, desto grauer uns trister erscheint uns der Alltag. Das reflektiert sich dann auch in der Kleidung - und so sehen die meisten, wenn sie allmorgendlich ins Büro oder in "die Bude" fahren, ab spätestens November etwa so aus:


Bloß, warum bunte Farben nur im Sommer? Es gibt viele Möglichkeiten, auch im Winter bunte Kleider zu tragen, ohne gleich wie ein Papagei oder ein neureicher Schnösel auszusehen... und es macht Spaß, wenigstens an sich selbst ein wenig Lebensfreude zu sehen - ganz abgesehen von den positiven Rückmeldungen der Mitmenschen, die sich gerade in der "grauen" Jahreszeit auch an ein wenig Farbe freuen!

 

Ich muss zugeben, ich mag zwar durchaus Elemente des "Preppy"-Stils oder auch des so genannten "Sloane Ranger"-Stils (beide Stile - der eine amerikanisch, der andere britisch - bevorzugen neben Tweed und Cord auch pastellige, farbenfrohe Hosen, Hemden und Pullover), allerdings der dazugehörige Lebensstil passt gar nicht zu mir - meine kleidungstechnische "Heimat" ist eher italienisch. Schon als ich ein Jugendlicher war, gehörten Pullover und Cardigans von "Benetton" zu meinen Lieblingsstücken. Und wie wir wissen, war dieser "Benetton"-Stil seit jeher sehr farbenfroh, vor allem auch bei den Winterkollektionen... "United Colors of Benetton"! Benetton wurde wiederum - wie die meisten italienischen Hersteller, die seit den 60er-Jahren am Markt sind - maßgeblich vom amerikanischen "Ivy League"-Stil beeinflusst.

"Ivy League" ist eine Art Sammelbegriff für den typischen, britisch beeinflussten Stil, der von New York (genauer vom legendären Herrenausstatter "Brooks Brothers") aus zu einer Art "Tracht" für die ganze amerikanische Ostküste wurde und in den späten 50er Jahren via Hollywood und Werbung einen Siegeszug durch die ganze Welt machte (so ist zum Beispiel George Peppard in "Breakfast at Tiffany's" zu 100 Prozent in diesem Stil gewandet, aber auch Anthony Perkins in "Psycho" trägt solcherlei Gewand). Mehrere amerikanische Designer, so auch Ralph Lauren und Tommy Hilfiger haben ihre Ursprünge sozusagen im "Ivy League"-Stil, machten später aber eine Art Variante - den bereits genannten "Preppy"-Stil - zu ihrem Hauptangebot.

Ich selbst liebe sowohl den britischen, als auch den italienischen Stil - und meine geheime Liebe gehört schon seit längerer Zeit eben dem Ivy League (oder auch "Natural Shoulder")-Stil. Und da es hier wie dort auch immer bunte Hosen und Pullover gibt, freut es mich, auch im Winter einiges an Farbe zu tragen - wie zum Beispiel hier am Tag der Weihnachtsfeier meiner Arbeitsstätte:


Hemd: Daniel Hechter, Krawatte ? (Made in Italy),
Gürtel: H&M, Hose aus Moleskin-Twill: Hiltl




Socken von Falke, Schuhe von "Antica Cuoieria"



Pullover aus Wolle und Seide von Zara



Sakko: "H&H Menswear" (Österreich)


Einige Tage später dann diese Kombination:

Hemd: Jupiter, Gürtel: Peek Performance,
Hose aus Baumwolltwill: Hiltl


Cardigan: Trussardi Jeans



Die Kappe ist billigst
erstanden bei H&M,
die Jacke trägt das Label
"Tommy Hilfiger Denim"



Noch ein Vorschlag mit grün... 


Jacke: G-Star Raw, Hemd & Gürtel: Lands' End, Schal:
Vintage Benetton, Handschuhe:
Handschuh-Peter, Socken: Burlington (by Falke),
Schuhe: D'Ambrosio



Für all jene, die Angst haben, "zu bunt" und auffällig auszusehen, gibt es folgenden Tipp: immer nur ein Teil bunt, den Rest eher gedeckt halten - und nach Möglichkeit nur maximal drei Farben verwenden... und schon kann es losgehen!




Freitag, 7. Dezember 2012

Duffle Coat Time - wenn der Winter Einzug hält...

Es ist hier in Österreich wieder einmal soweit - der Winter ist (endgültig) da! Im Dezember, wenn die Tage immer kürzer und die Nächte immer länger werden und der erste Schnee fällt, ist es Zeit für einen All-Time-Klassiker... den Duffle Coat!

Es ist schon ein wenig her - genau gesagt, 21 Jahre - dass ich von meinen Eltern einen Duffle Coat für den Winter bekommen hatte, und was war ich stolz darauf! Es war nämlich kein "normaler" Duffle, nein... es war ein "Original Gloverall Duffle Coat"! Aus irgendeinem Grund mussten damals diese Mäntel dunkel sein, ich kann mich an niemanden erinnern, der Anfang der 90er-Jahre einen beigen Duffle Coat trug... Und so war meiner auch in dunkelblau gehalten:




Zur Geschichte des Duffle Coat gibt es einiges zu berichten:

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde in Großbritannien ein Mantel für die Marine entwickelt, der während des ersten Weltkriegs vorwiegend bei U-Boot-Besatzungen Anwendung fand. Er war übergroß geschnitten (damit er über die Uniform passt), hatte eine Kapuze, einen Schulterkoller als Nässeschutz und spezielle Knebelverschlüsse, die auch bei großer Kälte mit Handschuhen geöffnet werden konnten. Später wurde er im zweiten Weltkrieg bereits nicht nur von der Marine, sondern auch von Offizieren gern getragen, denn er war warm, praktisch und durchaus charmant. So war auch Feldmarschall Montgomery ein bekennender "Fan" des Duffle Coat, und Trevor Howard trug einen im Spielfilm-Klassiker "Der dritte Mann":


Feldmarshall Bernard Montgomery

 

Trevor Howard in "Der dritte Mann"


Auch Gregory Peck und David Niven in
"Die Kanonen von Navarone" trugen  "Convoy Coats"

Nach dem zweiten Weltkrieg räumte die British Navy ihre Lager und gab massenweise Duffle Coats an die Not leidende Bevölkerung ab. Das war der Beginn des "zivilen" Siegeszugs des Mantels, der auch als "Convoy Coat" oder "Duffer Coat" bekannt wurde. Irgendwann während der 50er Jahre konnte die Nachfrage wohl nicht mehr befriedigt werden und  die Firma "Gloverall" begann, ihre eigene Version davon zu produzieren - den "Original Gloverall Duffle Coat Made in England". In den 60er Jahren waren diese Wintermäntel dann in den USA unter College-Studenten extrem beliebt, an so genannten "Preparatory Schools" gehörten sie zur Schuluniform, in Europa trugen sie vor allem die revoltierenden Studenten in Paris - Stoff genug für einen ausgewachsenen Kult-Status!

Ich hatte meinen "Gloverall" über all die Jahre behalten, wollte aber schon seit langer Zeit einen zweiten solchen Mantel in beige. Doch mir wollte keiner so richtig gefallen, bis ich vor ziemlich genau zwei Jahren im Designer Outlet im burgenländischen Parndorf über einen wunderbaren Vertreter dieses Stils - diesmal nicht von "Gloverall", sondern "Barbour" - stolperte. Den musste ich dann einfach kaufen, war er doch das perfekte Gegenstück zu meinem alten Mantel:






Und so bin ich die gesamte letzte Woche fast ausschließlich in meinen zwei Duffle Coats herumgelaufen...

Die kürzere Variante von Barbour
geht gut über Cord-Sakko und Hemd...












Die Kapuze ist abnehmbar :)








Der Klassiker von Gloverall ist eher sportlich!




Die originalen Lederschlaufen waren nach 20 Jahren kaputt -
die Seilschlaufen, die mein Schneider angebracht hat, sehen verdammt gut aus!









Von mir aus kann der Winter heuer lang dauern - ich bin gewappnet!