Sonntag, 17. Februar 2013

Ebay-Fund: Bass Weejuns Larson - klassische, amerikanische "College-Slipper"

Vor nicht allzu langer Zeit surfte ich - wieder einmal - durch die weiten Welten der Internet-"Bucht" (Ebay) auf der Suche nach interessanten Schnäppchen. Was soll ich sagen? Ich wurde natürlich fündig!

Wer mit dem Titel (noch) nichts anfangen kann, dem möchte ich nun ein wenig über den Hintergrund dieses neuesten Fundes berichten:

Die amerikanische Schuhmarke G.H. Bass & Co. wurde 1876 von George Henry Bass in Wilton, Maine (USA) gegründet. Ziel war es, hochwertiges Schuhwerk herzustellen und man verlegte sich zunächst auf Mokkasins, später auf Militärstiefel - so wurde das Fliegercorps im Ersten Weltkrieg mit Stiefeln der Manufaktur G.H. Bass & Co. ausgestattet:



Quelle: National Museum of the US Air Force



In der Zwischenkriegszeit produzierte man den kultverdächtigen "Sportocasin" und nahm sich norwegische Fischerschuhe, die ohne Schnürung auskamen, zum Vorbild: der "Weejun", der 1936 auf den Markt kam, war geboren - allerdings gab es offenbar schon etwas früher sehr ähnliche Sport-Slipper in London zu kaufen. "Weejun" sollte an die englische Sprechweise von "Norwegian" (= "Norweger") erinnern - der später auch oft "Pennyloafer" (man erzählt sich, dass amerikanische Elite-Studenten einen Penny als Glücksbringer in die Lasche auf der Vorderseite des Schlüpfers steckten) genannte Schuh sah damals ungefähr so aus:




Bass Weejun Loafer aus den 60er-Jahren. Quelle: www.theweejun.com






Bass Sportocasins - leider wird dieser Schuh heute nicht mehr produziert, denn er hat einen gewissen sportlichen Charme, ähnlich einem Alt-Wiener "Norweger":




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Quelle: www.theweejun.com



Spätestens ab den 50er-Jahren erlebte diese Art von Schlüpfer - hier in Mitteleuropa gerne auch "College-Slipper" genannt - im Zuge der "Ivy-League"-Modewelle einen Boom sondergleichen, so trugen auch fast alle Hollywoodstars diese Art von Schuh - von James Dean über Cary Grant bis zu Paul Newman oder Steve McQueen... In London waren Pennyloafer ein "Must" vor allem in der sehr lebhaften Mod-Szene, in Italien werden sie bis heute als unverzichtbarer Bestandteil der Sommermode produziert - von billig bis unbezahlbar teuer.

Hier originale "G.H. Bass"-Zeitungs- beziehungsweise Plakat-Werbung von seinerzeit:



Quelle: The Ivy League Look Blogspot








Heute werden Schuhe von G.H. Bass zum Großteil nicht mehr in den USA produziert, Langzeitkunden beklagen einen Verlust von Qualität - ich selbst kann das nicht beurteilen, da ich "alte" Weejuns nicht kenne. Als nun mein neuester Ebay-Kauf geliefert wurde, konnte ich feststellen, dass der Look der "neuen" Weejuns jedenfalls immer noch sehr klassisch ist, einige Details aber mittlerweile anders sind. So scheint die verwendete Lederfarbe im Gegensatz zu den 60er-Jahre-Modellen eher kunststoffartig und das Leder selbst dürfte nicht von der hochwertigsten Sorte sein, es ist aber durchaus in Ordnung - hier jedenfalls Bilder meines Ebay-Fundes, "Made in El Salvador" - die Farbe ist offenbar eine Sonderfarbe, denn im aktuellen Katalog scheint sie nicht auf:



Der "ersteigerte" Preis betrug € 36,50 + € 11,-- Versandkosten




Der aktuelle unverbindliche Verkaufspreis für
Bass Weejuns Larson Schlüpfer beträgt € 149,--


Ein Klassiker für nicht einmal € 50,-- - der Sommer kann kommen!

NACHTRAG:


Die Qualität dieser "neuen" Bass Weejuns ist nicht gerade berauschend... der plastik-artige Lack beginnt bereits jetzt - nach eher seltenem Tragen - abzusplittern... nur an wenigen, kleinen Stellen, aber immerhin. Nun gut. Die Passform und das Tragegefühl sind indes recht ansprechend...

NACHTRAG II:


Die Schuhe wurden verkauft!



Sonntag, 10. Februar 2013

Pimp your trousers - "normale" Hosen mit 50er-Jahre-Touch...

Vor einiger Zeit kaufte ich im Abverkauf - wie schon in einem früheren Eintrag erwähnt - eine graue Flanellhose von Gardeur. So weit, so gut.

Da ich normalerweise Größe 46 oder 48 trage, die Hose aber Größe 98 war (zur Erklärung: Größe 98 ist Größe 48 "lang", das heißt, der Hosenbund entstpricht ungefähr Größe 46, die Beinlänge aber eher Größe 50), war mir diese Hose hübsch ein Stück zu lang. Also, was tun? Kürzen lassen? Ja - aber nicht so wie man es "allgemein" tun würde... Ich hatte da nämlich eine Idee.

In letzter Zeit mag ich es sehr, wenn klassische Herrenhosen  eine Stulpe haben - also war klar, dass die Änderung eine Stulpe zum Ziel haben soll - dafür braucht der Änderungsschneider ca. 10cm Stoff (bei einer klassischen Stulpenhöhe von ca. 4,5cm), die Hose war aber noch mehr als 10cm zu lang. Nun mag ich ja auch den Look von Kleidung aus früherer Zeit, zum Beispiel aus den 50er- oder 60er-Jahren, sehr. Und da waren - vor allem  in den USA - Flatfront-Hosen aus Flanell (wie meine Gardeur) mit Stulpe in Mode, die außerdem auch noch einen Riegel aus Stoff über dem Gesäß hatten, einen so genannten "back buckle". Nicht nur Flanellhosen, sondern auch Chinos hatten oft dieses Detail:



"Back Buckle" Chinos von J. Press. Quelle: thetrad.blogspot.com



Quelle: styleforum.net


Die Idee, eine Hose mit einem solchen Detail nachzurüsten, stammt allerdings nicht von mir, sondern von einem Mitglied der Online-Community "Film Noir Buff / Talk Ivy" - an dieser Stelle ein Dankeschön an "Axelist" aus Deutschland - er gab mir den Tipp vor einigen Monaten, denn er hatte auf diese Art und Weise bereits mehrere Chinos und Hosen "gepimpt", oder besser: "pimpen lassen"!

Nach einem Mailwechsel mit Axelist ließ ich mir nun also bereits letztes Jahr neu erstandene  Chinos von Lands' End, die ich absichtlich mit "offener Länge" (soll heißen, ungekürzt) bestellt hatte, mit dem "überschüssigen" Stoff, der nach dem Kürzen übrig blieb, so modifizieren. Ich mag einfach "nutzlose" Details, die interessant aussehen... Was dabei herauskam, sieht so aus:










Nachdem ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden war, konnte ich auch die etwas teurere Hose von Gardeur so ändern lassen:




Der so genannte "Back Buckle" in Flanell...







Klassische Stulpen, die Hose macht einen leichten "Knick" - perfekt!






Im Ganzen: Ein wenig "Ivy League", ein wenig 60er-Jahre...



Nun, was soll ich noch schreiben? Ich bin zufrieden!