Mittwoch, 28. Dezember 2016

Vintage-Schnäppchen: ein grandioses "Burberrys'"-Sakko um € 19,90!


Heuer kein Weihnachtspost, ich bin ganz einfach nicht dazugekommen - und abgesehen davon sind auch keine nennenswerten Kleidungsstücke ins Haus geflattert (von einem tollen Hausanzug abgesehen, doch der ähnelt sehr einem Trainingsanzug... nichts für die "Männergarderobe" ;).

In letzter Zeit war mein Blog wirklich sehr "freizeitlastig", auf gut neudeutsch: "casual". Die mit Abstand meisten hier vorgestellten Kleidungsstücke  waren doch eher sportlicher Natur.

Diese Serie wird hier nun durchbrochen!

Anfang Dezember hatte sich ein langes Wochenende ergeben, daher machten wir einen kurzen Ausflug nach Graz - eine wunderschöne Stadt übrigens, vor allem im Advent... und im Stadtzentrum befindet sich eine "Humana"-Filiale. Wer mich kennt, weiß, was jetzt kommt!

Jawoll, altes Zeug um wenig Geld, oder besser: "Vintage-Schnäppchen" - diesmal ein Sakko von "Burberrys'" um € 19,90:



Sehr soft verarbeitet, weiche, handeingenähte
Einlagen, weich geschnittene Schultern.

"Burberrys'" mit "s" hinten lässt auf ein Datum VOR 1999
schließen.

"Made in Italy" lässt mich an die 1990er-Jahre denken -
tendenziell an die späten 1990er...

Der Stil ist ein perfekter Mix aus britischen
und italienischen Zutaten.

Das Sakko muss damals sehr teuer gewesen sein, denn die Verarbeitung ist extrem hochwertig mit viel Handarbeit - und weitaus besser als bei den eher langweiligen, mit verklebten Einlagen versehenen Sakkos, die ich Anfang der 2000er-Jahre bei Peek und Cloppenburg verkaufen durfte. Doch nun zum Wesentlichen - Tragebilder:



Passt wirklich gut!







Dezember 2016


 Ein weiterer Beweis dafür, dass man ganz einfach überall zeitlosen Stil für wenig Geld finden kann, wenn man nur einen guten Blick für die richtige Qualität hat!


Samstag, 3. Dezember 2016

Die wohl meistgetragene Winterjacke derzeit: der Parka!


Ein eher dummer "Unfall" mit meinem alten (Herbst/Winterkollektion 2009) Jack Wolfskin-Outdoorparka hat mich in den letzten zwei Wochen dazu gebracht, mich näher mit dem Phänomen "Parka" zu beschäftigen...

Zuerst aber noch eine gute Nachricht: die Jacke konnte vom Änderungsschneider "gerettet" werden und sieht - nachdem ich noch einen abknöpfbaren Plüschkragen zusätzlich habe anbringen lassen - jetzt so aus:




Ziel war es, keinen Schal mehr zu beötigen, denn der hohe Kragen war einem Schal meistens ohnehin nur im Weg und umgekehrt. Außerdem ist der "militärische" Look nun noch mehr unterstrichen, und das Plüsch ist in der Tat sehr flauschig und warm.

Doch wieder zurück zur Parka-Jacke an sich! Grundsätzlich stammt die Grundidee dieser Jackenart von den Inuit, die gegen die Kälte eine Überjacke mit Kapuze verwenden, ähnlich dem Anorak, nur länger und wärmer.

Tatsache ist, dass spätestens seit den 1950er-Jahren längere Jacken mit oder auch ohne Kapuze beim US-Militär gebräuchlich sind - eine Praxis, die seither in den meisten Armeen der Neuzeit Einzug gehalten hat. Besonders bekannt sind die Parkas M-65 und M-51("Fishtail-Parka") - ersterer als "Nato-Jacke", zweiterer als der "Mod-Parka" schlechthin! Ein Klassiker ist auch der "N-3B" Polar Parka, auch "Snorkel Parka" genannt...



Links: M-65 "Nato Parka"; Mitte: M-51 "Fishtail" Parka;
Rechts: N-3B "Olive Drab" Parka

Zu durchaus breiterer Bekanntheit hat es auch der deutsche "Bundeswehrparka" aus den 1970er-Jahren geschafft - ich selbst habe auch so einen besessen. Der Nachteil dieses Parkas ist, dass er sehr schwer ist - allerdings auch unverwüstlich und kaum kaputtzumachen!


Mein eigener hatte keine
Aufnäher mehr. Quelle: Ebay


Seither wurden Parkas nicht nur beim Militär verwendet, sondern auch beim Bergsport oder einfach bei kaltem Wetter. Ein Hersteller, der geradezu Pionierarbeit bei Outdoorkleidung und Outdoorequipment geleistet hat, war Holubar in den USA.

Holubar ist zum Beispiel für die Verwendung vom bahnbrechenden "60/40"-Material (60%Baumwolle, 40% Nylon - mit baumwolligem Griffgefühl, aber stark wasserabweisend) verantwortlich. Man stellte auch den ersten "Mountain Parka" - der oft fälschlicherweise der Marke Sierra Designs zugeschrieben wird - her.

Robert de Niro in einem Mountain Parka von Holubar.
Quelle: United Artists


1981 von the North Face übernommen, feierte die Marke Holubar 2011 ein Comeback, nachdem der Markenname von einigen enthusiastischen Italienern übernommen worden war. Möglicherweise nicht ganz so gut wie die Originale, sehen die neuen Holubar-Jacken jedenfalls ausgesprochen gut aus - ich persönlich finde die Winter-Variante des Mountain Parkas äußerst interessant:


Quelle: holubar.it


Geht es nach der gängigen Mode, sollte man derzeit allerdings entweder einen Woolrich- oder Canada Goose-Parka besitzen, am besten mit auffälligem Fellbesatz. Zweifellos über gute Qualität erhaben, sehen vor allem das "Arctic Parka"-Modell von Woolrich und der "Chateau-Parka" von Canada Goose sehr gut aus...


Links: Arctic Parka; Quelle: woolrich.com.
Rechts: Chateau Parka. Quelle: canadagoose.com


Ich persönlich sehe keinen Sinn darin, in unseren Breitegraden eine Winterjacke zu besitzen, die für Temperaturen ab minus 15°C und kälter gedacht ist, denn solche Temperaturen sind selten geworden. Abgesehen davon möchte ich aus verschiedenen Gründen keine Jacke verwenden, die Koyotenfell an der Kapuze hat! Interessanterweise wird der "Arctic Parka" neuerdings auch ohne jeglichen Pelz angeboten (Kunstpelzbesatz beziehungsweise auch Lammfell gab es eigens für einige Warenhäuser wie zum Beispiel P&C auch). Canada Goose hat auch einige wenige Jacken ganz ohne Pelzbesatz im Programm.


Links: Arctic Parka 'No Fur'; Quelle: woolrich.com. Rechts: Selkirk Parka;
Quelle: canadagoose.com


Woolrich Arctic Parka Fake Fur.
Quelle: Far Fetch Online Shop



Generell denke ich, dass ein Winterparka eher eine Gebrauchsjacke ist und kein Statussymbol - daher sind mir Marken wie Canada Goose oder Woolrich in diesem Fall zu teuer... interessanter finde ich da schon den Penfield Apex-Parka oder den Isthmus-Parka von The North Face:



Links: Apex; Quelle: penfield.com. Rechts: Isthmus; Quelle: thenorthface.com

Und wenn die € 200,-- Schallmauer nicht durchbrochen werden soll, dann sind da noch Uniqlo und Lands' End:



Links: LE City Down Parka; Quelle: landsend.com.
Rechts: Uniqlo Military Down Parka; Quelle: uniqlo.com


Wer Geld sparen möchte, dem sei hier in Österreich oder in Deutschland "Best Secret" empfohlen... Da gibt es zum Beispiel Holubar stark reduziert, aber auch reine Modemarken wie Tommy Hilfiger - die sollte man nicht immer außer Acht lassen, denn auch da kann man das eine oder andere Schnäppchen erwischen, das mitunter unverschämt gut aussieht:


Klassischer Parka von Tommy Hilfiger.
Gesehen bei "Best Secret".

Wenn ich mich für einen neuen Parka (den ich derzeit aber absolut nicht benötige) entscheiden müsste, wäre das wohl am ehesten der Holubar Deer Hunter Parka, dicht gefolgt von Penfield, Patagonia und eventuell Tommy Hilfiger...


NACHTRAG:

 

Ohne Worte (Best Secret macht's möglich!):

 



 
 


Dezember 2016

 

 UPDATE:

So genial der Holubar Parka verarbeitet scheint und so toll er auch aussieht... Nach dem ersten Tragen musste ich feststellen, dass da zwei Risse entstanden sind - innerhalb der seitlichen Einschubtaschen. So muss ich die Jacke leider zurückschicken...