Mittwoch, 28. November 2012

Flohmarkt, Second Hand und Abverkauf - Schnäppchenjagd auf hohem Niveau


Manche der Leser dieses Blogs werden es schon bemerkt haben - ich habe ein Faible für die Schnäppchenjagd. Dabei suche ich nicht nur altmodisches Zeug, das verdammt cool ist, sondern einfach nach Kleidung, die qualitativ hochwertig ist und dabei noch supergünstig dazu. Das geht nicht? Weit gefehlt! Man muss eben nur ein Auge dafür haben, was gut ist und was gut an einem aussehen könnte - selbst wenn es etwas ist, das man sonst gar nicht anziehen würde.

Mir geht es dabei auch nie um bestimmte Marken oder Designer, sondern immer um den Look und die gebotene Qualität. Was hilft es mir zum Beispiel, wenn ein neuer Burberry-Mantel an die € 1.000,-- kostet, dabei in China hergestellt wurde (was allerdings nicht unbedingt heißen muss, dass er schlecht ist - er ist bloß zu teuer) und die Qualität dabei zwar in Ordnung ist, aber nicht rankommt an das, was von dieser Marke mal geboten wurde, als diese Mäntel zwar teuer, aber nicht unbezahlbar waren und dabei noch das gute alte "Made in England"-Siegel hatten. Zu Zeiten, als die Marke noch "Burberrys'" hieß - das war bis in die 90er-Jahre so.

Daher kam mir vorigen Winter die Idee, auf dem Marktplatz der Internet-Börse "www.willhaben.at" nach  "Burberrys'" zu suchen... Und ich kann sagen: Das Ergebnis kann sich sehen lassen!

Der Neupreis in den 80er-Jahren muss
ungefähr ATS 7.000,--
betragen haben,
umgerechnet also ca. € 500,--




€ 80,-- waren ein guter Preis
für einen kaum getragenen Mantel!





Das Beste dabei ist, dass ich von meiner Mutter ein Burberrys'-Wollfutter für einen solchen Mantel (erstanden in den 70er-Jahren gemeinsam mit einem anderen Mantel und einem Burberrys'-Schal) geschenkt bekommen habe, welches nach einer kleinen Änderung durch den Schneider meiner Wahl nun perfekt hineinpasst...

Letzten Sommer fand ich in Neusiedl am See im schönen Burgenland in einem kleinen Laden, der Totalabverkauf hatte (weil er aufgelassen wurde) eine Menge an klassischer Herrenkleidung zum superkleinen Preis - darunter auch zwei leichte Sommerhosen mit Bundfalten. Bei einem Preis von € 5,-- und einer sehr guten Qualität inklusive guter Passform dachte ich mir, kein Problem - auch wenn ich als gebranntes Kind der 80er-Jahre nie wieder Bundfalten tragen wollte...

Ich hatte also Blut geleckt. So kam es, dass ich in Wien-Hütteldorf bei einem altmodischen Herrenausstatter, der sein Sortiment verkleinern wollte, im Totalabverkauf sofort zuschlug, als er Hosen von Hiltl (Originalpreis etwa € 149,--) um € 19,90,-- im Angebot hatte. Bundfalten? Ja, natürlich, sogar mit "Stulpe" (Umschlag). Passform? Perfekt! Qualität? Unglaublich! Und so sieht es aus, wenn die Bundfaltenhosen angezogen sind:


Gut kombiniert gar nicht mal so altmodisch!




Mit den richtigen Socken sieht's richtig flott aus!


Very british...






  

Das war natürlich noch lange nicht alles... Noch viele andere Schnäppchen warten darauf, fotografiert zu werden und in diesem Blog zu erscheinen!


Freitag, 16. November 2012

Nu Shoes Day! "ASOS Made in England"...

Hurra, die langersehnte Schuh-Lieferung ist angekommen!

Zur Erklärung, warum mir "ASOS Made in England" so gut gefällt...:

ASOS ist ein Online-Versand aus Großbritannien, der so ziemlich alles im Programm hat, was die Modewelt zu bieten hat.

Auf den ersten Blick für viele Menschen viel zu modisch, gibt es bei genauerer Suche doch eine Menge an klassisch-moderner Kleidung, die zeitlos ist - und vor allem gibt es immer wieder mal SALE - extrem wichtig für Schnäppchenjäger wie mich...

In unseren Breiten wäre der vergleichbarste Versand wahrscheinlich "Zalando" - ASOS finde ich persönlich aber doch etwas spannender.

Besonders interessant fand ich bereits letztes Jahr eine Schuh-Linie, die eben "ASOS Made in England" heißt. Da waren nämlich Schuhe zu haben, die fatal an die legendären (in meiner Jugend von mir heißgeliebten) "Dr. Martens Air Wair"-Schuhe erinnerten, bloß ein wenig schöner, vor allem das Leder betreffend. Der Preis war in etwa gleich - da musste ich zuschlagen:






Bei genauer Betrachtung der Sohle konnte ich folgendes lesen:




"Solovair" - eine Marke von "NPS Shoes Ltd". Diese nordenglische Schuhfabrik aus Northamptonshire (übrigens eine Arbeitergenossenschaft - das heißt, die Fabrik gehört seit 1881 den Arbeitern selbst - einer der Gründe, warum die Preisgestaltung doch deutlich fairer ist, als bei anderen Marken) produzierte in Kooperation mit "Dr. Martens" von 1960 bis 2003 alle "Dr. Martens Air Wair"-Produkte, danach wurde die Produktion dieser Schuhe nach China verlegt - seitdem werden Schuhe im Dr. Martens-Stil von NPS weiterhin unter dem Markennamen "Solovair" produziert und vertrieben.

NPS ist bekannt dafür, dass die Schuhe nach dem traditionellen "Goodyear Welt"-Verfahren rahmengenäht werden, und das in beachtlicher Qualität - wer die Möglichkeit hat, "neue", in China produzierte Dr. Martens-Schuhe mit "alten" Dr. Martens zu vergleichen, wird einen deutlichen Unterschied erkennen können. Dem sei noch hinzugefügt, dass Dr. Martens seit einigen Jahren doch wieder eine etwas teurere "Made in England"-Linie produzieren lässt - und zwar wieder in Northamptonshire in Kooperation mit NPS.

Im Sommer fand ich dann - oh Wunder, ich war auf Schnäppchenjagd - im Abverkauf dann dieses Modell:

Klassische, im Stil anglo-amerikanische "White Bucks"








Diesmal gab es keine Ähnlichkeit mit Dr. Martens - und wieder einmal, fantastische Qualität, kein Sommerschuh aus Leder kann leichter sein! Von da an war ich endgültig "angefixt"...



Doch nun zurück zum eigentlichen Thema dieses Posts - den diese Woche angekommenen Schuhen... So genannte "Wholecuts": Schuhe, die aus nur einem Stück Leder gearbeitet sind!



Wunderschönes Bordeaux-Rot




Man beachte die sehr nette Prägung im Leder...

 Und wenn ich dann am Ende damit unter die Augen der restlichen Menschheit trete, dann sieht das - wie heute zum Beispiel - so aus:





Nu Shoes Day! 



NACHTRAG:



Leider waren die Wholecuts nicht so besonders für meinen Fuß geeignet. Ich habe sie aber sehr oft und sehr gerne getragen... Doch mittlerweile habe ich sie verkauft.

Die blauen "Air Wair" und weißen "Bucks" hingegen erfreuen sich weiterhin großer Beliebtheit!


 




Samstag, 10. November 2012

Wenn "altmodisch" schon wieder cool wird... Teil 1: Wintergarderobe aus guter alter Zeit

Meine "ASOS Made in England"-Lieferung lässt länger auf sich warten als gedacht... Seisdrum. Ich geb's zu, ich steh' auf Kleidung. Immer schon. Da bin ich ein bisschen wie Graham Coxon, der Gitarrist von Blur, der einmal in einem Interview gesagt hat:



"It's ridiculous how important clothes are to me. I've been obsessed as far back as I can remember. At the age of six I found myself staring at a pair of shiny black army dress shoes in a shop window and I fell in love. I've never wanted anything so badly in my life. Clothes are as important to me as music."


Bei mir verhält es sich ähnlich - meine zweite Passion sind Gitarren... allerdings ist Graham Coxon ein wenig bekannter als ich ;-)


Also halte ich immer und überall Ausschau nach Herrenbekleidung, die mir gefallen könnte - in letzter Zeit gerne auch (wieder) nach "altmodischem" Zeug. Stücke, die der Durchschnittsösterreicher nie und nimmer tragen würde, und bei denen auch die (meisten) selbsternannten Modefreaks eher kaum in Begeisterungsstürme verfielen. Vorteil dabei ist auch, dass viele dieser Teile - wenn man sie wie ich eher zufällig ersteht - zumeist eher günstig zu haben sind und nebenbei oft auch noch höchsten Qualitätsansprüchen genügen. Diesmal möchte ich zwei Teile, die ich für den heurigen Winter erstanden habe, vorstellen.


Das erste ist ein auf "Etsy" erstandener, amerikanischer Tweed-Blazer von "Ripley" aus den 60er-Jahren, der für mich aus verschiedenen Gründen sehr interessant ist - zum einen, weil er ein so genannter "Sack Blazer" im "Ivy League-Stil" ist (mehr dazu ein anderes Mal in einem anderen Post) - zum anderen hat er drei Knöpfe, gepaart mit zwei Seitenschlitzen: ein perfekter "Mod"-Blazer!









Das zweite ist ein auf der Thaliastraße im 16. Wiener Gemeindebezirk in einem Mini-"Outlet" (ein klassischer Abverkaufsladen, der auch immer nur freitags von 10 bis 14 Uhr geöffnet hat) entdeckter Wintermantel aus englischem Tweed - altmodisch, schwer, unglaublich aufwendig verarbeitet (Futter aus 100% Viskose, Taschen mit Samt ausgekleidet usw.) und so cool, wie es nur sein kann... kein modernes Stück kann um EUR 60,-- so gut sein!










Die Zwischengröße "49" wird seit den 70er-Jahren nicht mehr produziert...














Zum Abschluss noch ein Beispiel, wie man mit solchen Kleidungsstücken im 21. Jahrhundert auf die Straße gehen kann und dabei auch noch interessant aussieht:







 

NACHTRAG:


Dezember 2013

Dezember 2014




Freitag, 2. November 2012

Novemberbeginn - klassische und lässige Outdoorbekleidung

Wenn die Tage kürzer werden und das trübe, feuchtkalte Wetter, das so typisch ist für den späten Herbst ist, überhand nimmt, ist es soweit: die Herbst-/Wintergarderobe muss raus!

In Zeiten, in denen Outdoorbekleidung von Jack Wolfskin "State of the Art" zu sein scheint, ist man mit einer 15 Jahre alten Barbour "Beaufort" schon fast als "Vintage-Freak" zu bezeichnen:




Das soll nicht heißen, dass Jack Wolfskin per se schlecht wäre, im Gegenteil - die Regenjacken vor allem scheinen gut zu sein - die meisten Designs lassen allerdings eher Wanderstimmung als Citystimmung aufkommen. Daher staunte ich vor einigen Jahren nicht schlecht, als ich diesen Parka entdeckte - besser kann ein Outdoorparka kaum aussehen...




Mittlerweile  wurde der Parka von mir ein wenig "individualisiert", die Markenbezeichnungen wurden dezent "versteckt" (irgendwie fand ich den eher militärischen Look seltsam gepaart mit "Jack Wolfskin", aber das ist alles nur in meinem Kopf): 







 


Das passende Schuhwerk für trübes, feuchtes Novemberwetter kommt dieses Jahr von Lands' End - das gesagt, oute ich mich hiermit als Riesen-Fan des amerikanischen Katalog-Outfitters - kein Online-Versand hat bessere Schnäppchen im Programm! Ich fand diese amerikanischen Jägerschuhe immer schon charmant:










Aber auch im Designer-Outlet im burgenländischen Parndorf kann man (hier zum Beispiel bei Timberland) fündig werden - Schuhe aus der "Earthkeepers"-Reihe, im angesagten und dennoch zeitlosen "Worker"-Stil:









Zu guter Letzt noch herbstliche Kopfbedeckungen - allesamt von Eduscho/Tchibo um wirlich kleines Geld!




Und so gehe ich heute - ganz herbstlich "rugged" - auf die Straße: