Samstag, 26. Januar 2013

Ebay-Fund: 1970er Lammfellmantel

Mein heutiger Blog-Post behandelt ein Kleidungsstück, das ich schon immer einmal haben wollte, allerdings nie in befriedigender Qualität zu einem bezahlbaren, angemessenen Preis finden konnte: einen klassischen Lammfellmantel. Kauft man so ein Stück neu, muss man mit einem Preis von etwa € 1000,-- aufwärts rechnen - das könnte ich mir vielleicht sogar einmal leisten, wenn ich darauf hinarbeiten würde, allerdings müsste ich dann wohl eine Weile lang Spaghetti mit Ketchup essen... Und, um ehrlich zu sein: das könnte (und wollte) ich nicht!

Vor etwa einem Jahr fand ich in einem Second Hand-Laden dann zufällig in der Auslage einen solchen Mantel - vermutlich aus den 70er-Jahren, und er sah auch wirklich gut aus! Der Preis von € 120,-- war auch ansprechend, also ging ich schnurstracks hinein und probierte ihn... Größe 52 - viel zu groß.

Ich dachte nun nicht mehr daran, einen Lammfellmantel haben zu wollen, bis ich dann vor ungefähr zwei Wochen mehr oder weniger zufällig beim "Googlen" über ein Bild eines Lammfellmantels auf Ebay stoplerte...

Ich betrachtete das Profil des Verkäufers - ein Händler für Second Hand- und Vintage-Ware - näher, und fand bei den "Sofort Kaufen"-Angeboten des Shops dann einen Mantel in Größe 48/50 beziehungsweise "Medium", der laut Abmessungen wie für mich gemacht war - super Farbe, keine Flecken, offenbar aus den 1970er-Jahren, klassischer Schnitt, Preis: € 100,--, versicherter Versand aus Deutschland € 17,--...  gekauft!

Ungefähr vier Tage später kam dann die Lieferung... und was soll ich sagen, ich war (und bin noch immer) begeistert! Der Mantel ist noch viel schöner als auf den Fotos!

Und weil ich noch nie einen Eintrag ohne Fotos veröffenlicht habe - hier noch die obligatorischen Bilder...


Die Farbe ist eher graubraun als braun...











Der Kragenaufschlag hat ein
"noch schöneres" Fell als das Innenfutter










Die "Rudolf Wöhrl AG" besteht seit 1933 und wird bereits
in der dritten Generation erfolreich in Deutschland
als Kaufhauskette betrieben.
Der Mantel wurde offenbar exklusiv für Wöhrl hergestellt.





Die Verarbeitung kann wirklich nur als
hochwertig bezeichnet werden!


Natürlich konnte ich nicht widerstehen, den Mantel noch am selben Tag anzuziehen - das Wetter in Wien ist derzeit ohnehin kalt genug!






Wie schon so oft... Altware oder Second Hand-Ware zu kaufen kann sich auszahlen!



Sonntag, 13. Januar 2013

Inspirationen...

 Diejenigen, die meinen kleinen Blog hier verfolgen, haben sicher schon bemerkt, dass ich mich eher nicht  an der vorherrschenden Mainstream-Mode orientiere, sondern oft auch an der Mode früherer Zeiten. Der klassische Stil des 20. Jahrhunderts ist eine fixe Größe, die nie komplett verschwinden wird - man denke nur an Stilikonen wie Cary Grant, James Stewart, Fred Astaire oder auch Steve McQueen, dessen sportlich-eleganter Kleidungsstil heute angesagter ist denn je - Daniel Craig als James Bond nimmt ja beispielweise mehr Anleihen bei Steve McQueen als bei Sean Connery...

Ich denke hier an relativ zeitlose Beispiele guten Stils, nicht an den meiner Meinung nach schon wieder überholten, eher uninspirierten "Mad Men"-Pseudo-60er-Jahre-Mainstream mit grauen, viel zu eng sitzenden Anzügen und viel zu dünnen H&M-Krawatten... Dem sei hinzugefügt, dass ich die originale "Mad Men"-Ausstattung sehr gut und vor allem sehr authentisch finde, die gezeigten Anzüge entsprechen zu nahezu 100% der New Yorker Mode der frühen 60er-Jahre.

Da wären zum Beispiel die traditionellen Herrenausstatter, die nach weit über einem Jahrhundert allen Trends zum Trotz immer noch ihre Abnehmer und Kunden haben - ein gutes Beispiel hierfür wäre "Knize" am Graben in Wien - seit 1858 besteht dieses Traditionshaus schon, und ist gefragter denn je... sowohl mit hochwertigster Konfektionsware, als auch mit Maßkleidung nach alter Schneidertradition. Wie heißt es sehr schön auf der Knize-Webseite:

"Die unausweicliche Frage nach dem eigenen Stil beginnt mit der Überwindung der Mode."

Ein Spruch, der einiges an Weisheit in sich birgt!

Auch das schon so gut wie verloren geglaubte Schumacherhandwerk scheint einen Aufschwung zu erleben, wie verschiedene "neuere" Hersteller mit traditionellen Fertigungsmethoden beweisen - ich denke da an Namen wie "Handmacher" oder "Feine Wiener Schuhmanufaktur" - hier wird Qualität auf höchstem Niveau abseits der unverschämten Preistreiberei nebst schleichendem Qualitätsverlust der "großen" Marken geboten.

Also habe ich nun ein paar Bilder zusammengestellt, und da durchaus versucht, eben auch ein paar der nicht ganz so offensichtlichen Einflüsse zu posten...


1950er "Ivy League"-
Campus-Stil, in Österreich bekannt als "College-Stil":
ein so genannter "Yalie"
 
Jack Lemmon & Billy Wilder -
Billy Wilder trug Zeit seines Lebens Ware von Knize, Wien.
Quelle: Sleevehead




Rudolf Niedersüß, Knize Wien. Quelle: Knize
Katalog-Mode von Brooks Brothers, New York.
Quelle: Brooks Brothers
Quelle: RRL by Ralph Lauren
Klassisch-amerikanisch inspirierte "Longwing-Brogues",
handgemacht in Wien.
Quelle: "Feine Wiener Schuhmanufaktur"
"Norweger"-Schuhe der "Feinen Wiener Schuhmanufaktur"


 Viel Spaß beim Inspirieren-Lassen!




Donnerstag, 3. Januar 2013

Winterschuhe, die gefallen... aber nicht unbedingt gekauft werden müssen

Als ich in den frühen 90er-Jahren ein Teenager war, gab es eine auffällige Vielzahl an sogenannten "Mods" in Wien - erkennbar an (bei Frontline oder RAG erstandenen) Billig-Harringtons, die meist dunkelblau, schwarz oder cremefarben waren, mit wolligem Polyester-Stuart-Tartan gefüttert - die Marke dazu hieß "Suzie B". Die Jacken wurden damals statt "Harrington" viel öfter "James Jacket" genannt - warum, ist mir bis heute ein Rätsel. Außerdem gab es Fishtail-Parkas, Pennyloafers, Clarks Desert Boots und: Schuhe von Sisley, die eine der vielen Kopien des damals sehr in Mode gekommenen französischen Schuh-Klassikers "Paraboot Michaels" (immer schon sehr teuer und damals in Wien kaum erhältlich) waren. Um ehrlich zu sein, mit "Mod" hatte das damals nicht viel zu tun, der Stil ging aber interessanterweise insgesamt ein klein wenig in die Ivy League-Richtung - wenn auch nur ein klein wenig.

Ich kann mich erinnern, für meine Eltern waren auch die Sisley-Schuhe zu teuer (ich bekam immer sehr gutes Schuhwerk und war als Einzelkind durchaus verwöhnt, aber ich kann mich erinnern, das war ihnen zu viel), daher bekam ich  ganz gute Kopien von "Walker's", die ich auch sehr gern getragen habe.

Vor etwa einem Jahr stolperte ich nun in einem Forum über einen Eintrag, der sich mit eben diesen Paraboot "Michaels" beschäftigte - via "Google" konnte ich lesen, dass dieser Schuh schon seit 1945 erhältlich ist und darüber hinaus durchaus beliebt war bei französischen Schauspielern, speziell bei jenen, die in der Nachkriegszeit Polizeikommissare darstellten.


Quelle: Oi Polloi Online Store


Als ich mich nun heute im Internet ein wenig über die wirklich sehr "altvatrischen"
(= altmodischen), auch französischen "Mephisto"-Schuhe informieren wollte - die sind so dermaßen "Opa"-mäßig, dass sie schon wieder kultverdächtig sind - konnte ich feststellen, dass auch Mephisto einen solchen Schuh produziert, und zwar den "Peppo"... noch immer teuer, aber durchaus günstiger als die Paraboots:


Quelle: Ieminy.com Online Store



Ich denke, eine würdige Alternative.

Generell kann ich nur sagen, ein solcher Schuh im Winter kann nicht falsch sein - griffige Gummisohle, robustes Leder, gefällige Form - ein Gewinner! Auch wenn diesen Winter wohl keine neuen Schuhe mehr zu meiner "Sammlung" hinzukommen...



Nachtrag: mein Favorit ist der Mephisto "Peppo"... einen besseren Namen kann so ein Schuh ja wohl nicht haben!


Mittwoch, 2. Januar 2013

Fair Isle...

Ok, ich habe noch einmal zugeschlagen - in der Abverkaufszeit. Ohne einen reduzierten Preis zu bezahlen. Für mich an sich ungewöhnlich - aber dennoch war es ein so etwas wie ein "Schnäppchen"...

Der Plan war eigentlich, in einem kleinen Laden im ersten Bezirk einen grünlichen Pullover von "Clark Ross" aus edlem Baby-Alpaca zu kaufen - als ich aber vor dem Geschäft mitsamt Kinderwagen und vergnügter Zweijähriger stand, musste ich feststellen, dass der Pullover dann doch teurer war, als gedacht - und außerdem die Geschäftsinhaberin mitsamt Personal auf Urlaub - bis 6.1.2012. Was tun?

Nachdem ich diesen kleinen Ausflug also noch nicht beenden wollte, ging's weiter auf die Kärntner Straße, wo ein großes Warenhaus steht - mein ehemaliger Arbeitgeber, bei dem ich gerne hin und wieder mal hineinschaue - und siehe da... ich wurde fündig! Das letzte Stück, und doch deutlich günstiger als der grüne Pullover von Clark Ross:


Shetland-Pullover aus Lambswool
im Fair Isle-Stil von McNeal
(€ 69,90) -wie man sieht,
passt er sehr gut zur neuen
Flannelhose von Gardeur





Also doch Fair Isle - diese Art Muster, nicht zu verwechseln mit dem beliebten Norweger-Muster - kommt ursprünglich von der Fair Isle, einer schottischen Insel, die zu den Shetland-Inseln gehört und die berühmt für ihre Pullover ist:


Auf der Fair Isle leben heute 69 Menschen.
Quelle: Wikipedia

Kaum heimgekommen, musste ich gleich noch einmal sehen, wie er angezogen aussieht - ich denke, ganz gut - ich bin zufrieden!


Farben im Winter...






Somit kann ich die Winter-Abverkaufs-Jagd für diese Saison für beendet erklären!


NACHTRAG:



Jänner 2015




Mittlerweile ist die Fair Isle-Sammlung angewachsen:



Links: Vintage Pendleton (USA) Fair Isle Pullunder
im 40er-Jahre-Stil, rechts:
Original schottischer Fair Isle-"Sweater"von Hawick:
http://www.hawickknitwear.com/


Dienstag, 1. Januar 2013

Happy New Year!

2013 hat begonnen - für mich eher ruhig und ohne großes Feiern, teilweise bedingt durch Viren und Bazillen, die mich ein wenig in Beschlag genommen haben... Doch das soll heute mitnichten Thema für einen Stilblog-Eintrag sein!

Daher wollte ich - neben guten Neujahrswünschen für meine Leser - ein wenig über den Abverkaufsbeginn und meine bisher erstandenen Schätze berichten. Wie schon angekünigt, hatte ich zumindest drei bestimmte Dinge im Sinn - und wieder einmal kam es ein wenig anders als geplant.

Zunächst wollte ich einige Paare Red Wing-Schuhe probieren, einfach nur, um zu sehen ob mir der Leisten passt und auch zwecks Größenermittlung - man kann ja nie wissen, ob es nicht doch irgendwo einmal eine Aktion im Internet gibt... allerdings sind diese Schuhe All-Time-Klassiker, die leider nur äußerst selten im Abverkauf zu finden sind!

Nun, es gibt laut Red Wing-Webseite drei offizielle Red Wing-Händler in Wien, und zwar:

  • "E35" in der Schottenfeldgasse 67 in 1070 Wien - hier wurde die Marke laut dem Besitzer selbst heuer nicht mehr bestellt, man verlegt sich nun viel mehr auf Sanders und Mark McNairy (sehr schöne Schuhe, aber auch sehr teuer!)...

  • "Urban Speed" in der Werdertorgasse 15 in 1010 Wien

  • "Arnold's" in der Siebensterngasse 52 in 1070 Wien

Da ich ohnehin etwas auf der Wiener Mariahilfer Straße erledigen wollte, entschied ich mich für das in unmittelbarer Nähe gelegene "Arnold's" - hier wurde ich sehr freundlich vom Shopinhaber selbst, Jakub Arnold empfangen und in Folge völlig entspannt und auch äußerst kompetent beraten. Er selbst trägt auch Red Wing-Schuhe, und wusste auch sehr gut über die verwendeten Leder und Passformen beziehungsweise Leisten Bescheid... was soll ich sagen? Es gibt nichts Schöneres als ein klassisches Shopping-Erlebnis, fernab von Internet-Warenkörben und Paypal!

Das Ergebnis (natürlich zum vollen Preis, allerdings wurde es das "günstigste" der drei probierten Paare, auch auf Anraten Jakub Arnolds, der meinte, dieser Schuh passe am besten zu mir, nicht nur von der Passform, sondern auch vom Aussehen):


Red Wing 8134 Round Toe




... und hier in Aktion bei einem Ausflug im Schönbrunner Tiergarten:



Vielen Dank an Jakub für die tolle Beratung!


Dann, zwei Tage später - als ich mit meiner Familie Ausverkaufs-Schnuppern im Kleider Bauer-Outlet auf der Meidlinger Hauptstraße war, wurde die Idee mit den indigoblauen Selvedge-Jeans zu Grabe getragen. Der Grund: mittelgrauer Flannel von Gardeur - denn mittelgrauer Flannel ist so ziemlich das Einzige, was mir hosentechnisch fehlt - die Beine sind zu lang, aber ich hab' da schon so eine Idee - mit Sicherheit ein Thema demnächst in einem meiner Posts!



Diesmal keine Bundfalten...





Marzotto - ein altehrwürdiger italienischer Stoffhersteller










Fehlt nur mehr Baby-Alpaca oder Fair Isle... Hm. Wir werden sehen. Die Suche ist noch nicht zu Ende - bis bald - und frohes Neues Jahr!