Freitag, 7. Dezember 2012

Duffle Coat Time - wenn der Winter Einzug hält...

Es ist hier in Österreich wieder einmal soweit - der Winter ist (endgültig) da! Im Dezember, wenn die Tage immer kürzer und die Nächte immer länger werden und der erste Schnee fällt, ist es Zeit für einen All-Time-Klassiker... den Duffle Coat!

Es ist schon ein wenig her - genau gesagt, 21 Jahre - dass ich von meinen Eltern einen Duffle Coat für den Winter bekommen hatte, und was war ich stolz darauf! Es war nämlich kein "normaler" Duffle, nein... es war ein "Original Gloverall Duffle Coat"! Aus irgendeinem Grund mussten damals diese Mäntel dunkel sein, ich kann mich an niemanden erinnern, der Anfang der 90er-Jahre einen beigen Duffle Coat trug... Und so war meiner auch in dunkelblau gehalten:




Zur Geschichte des Duffle Coat gibt es einiges zu berichten:

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde in Großbritannien ein Mantel für die Marine entwickelt, der während des ersten Weltkriegs vorwiegend bei U-Boot-Besatzungen Anwendung fand. Er war übergroß geschnitten (damit er über die Uniform passt), hatte eine Kapuze, einen Schulterkoller als Nässeschutz und spezielle Knebelverschlüsse, die auch bei großer Kälte mit Handschuhen geöffnet werden konnten. Später wurde er im zweiten Weltkrieg bereits nicht nur von der Marine, sondern auch von Offizieren gern getragen, denn er war warm, praktisch und durchaus charmant. So war auch Feldmarschall Montgomery ein bekennender "Fan" des Duffle Coat, und Trevor Howard trug einen im Spielfilm-Klassiker "Der dritte Mann":


Feldmarshall Bernard Montgomery

 

Trevor Howard in "Der dritte Mann"


Auch Gregory Peck und David Niven in
"Die Kanonen von Navarone" trugen  "Convoy Coats"

Nach dem zweiten Weltkrieg räumte die British Navy ihre Lager und gab massenweise Duffle Coats an die Not leidende Bevölkerung ab. Das war der Beginn des "zivilen" Siegeszugs des Mantels, der auch als "Convoy Coat" oder "Duffer Coat" bekannt wurde. Irgendwann während der 50er Jahre konnte die Nachfrage wohl nicht mehr befriedigt werden und  die Firma "Gloverall" begann, ihre eigene Version davon zu produzieren - den "Original Gloverall Duffle Coat Made in England". In den 60er Jahren waren diese Wintermäntel dann in den USA unter College-Studenten extrem beliebt, an so genannten "Preparatory Schools" gehörten sie zur Schuluniform, in Europa trugen sie vor allem die revoltierenden Studenten in Paris - Stoff genug für einen ausgewachsenen Kult-Status!

Ich hatte meinen "Gloverall" über all die Jahre behalten, wollte aber schon seit langer Zeit einen zweiten solchen Mantel in beige. Doch mir wollte keiner so richtig gefallen, bis ich vor ziemlich genau zwei Jahren im Designer Outlet im burgenländischen Parndorf über einen wunderbaren Vertreter dieses Stils - diesmal nicht von "Gloverall", sondern "Barbour" - stolperte. Den musste ich dann einfach kaufen, war er doch das perfekte Gegenstück zu meinem alten Mantel:






Und so bin ich die gesamte letzte Woche fast ausschließlich in meinen zwei Duffle Coats herumgelaufen...

Die kürzere Variante von Barbour
geht gut über Cord-Sakko und Hemd...












Die Kapuze ist abnehmbar :)








Der Klassiker von Gloverall ist eher sportlich!




Die originalen Lederschlaufen waren nach 20 Jahren kaputt -
die Seilschlaufen, die mein Schneider angebracht hat, sehen verdammt gut aus!









Von mir aus kann der Winter heuer lang dauern - ich bin gewappnet!



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