Samstag, 3. Dezember 2016

Die wohl meistgetragene Winterjacke derzeit: der Parka!


Ein eher dummer "Unfall" mit meinem alten (Herbst/Winterkollektion 2009) Jack Wolfskin-Outdoorparka hat mich in den letzten zwei Wochen dazu gebracht, mich näher mit dem Phänomen "Parka" zu beschäftigen...

Zuerst aber noch eine gute Nachricht: die Jacke konnte vom Änderungsschneider "gerettet" werden und sieht - nachdem ich noch einen abknöpfbaren Plüschkragen zusätzlich habe anbringen lassen - jetzt so aus:




Ziel war es, keinen Schal mehr zu beötigen, denn der hohe Kragen war einem Schal meistens ohnehin nur im Weg und umgekehrt. Außerdem ist der "militärische" Look nun noch mehr unterstrichen, und das Plüsch ist in der Tat sehr flauschig und warm.

Doch wieder zurück zur Parka-Jacke an sich! Grundsätzlich stammt die Grundidee dieser Jackenart von den Inuit, die gegen die Kälte eine Überjacke mit Kapuze verwenden, ähnlich dem Anorak, nur länger und wärmer.

Tatsache ist, dass spätestens seit den 1950er-Jahren längere Jacken mit oder auch ohne Kapuze beim US-Militär gebräuchlich sind - eine Praxis, die seither in den meisten Armeen der Neuzeit Einzug gehalten hat. Besonders bekannt sind die Parkas M-65 "Field" und M-51 "Cold Weather" ("Fishtail-Parka") - ersterer als "Nato-Jacke", zweiterer als der "Mod-Parka" schlechthin! Es gibt auch den M-48 Cold Weather, der der Vorgänger des M-51 war. Der ist aber gesucht und selten.

Ein Klassiker ist auch der "N-3B" Polar Parka, auch "Snorkel Parka" genannt...



Links: M-65 "Nato Parka"; Mitte: M-51 "Fishtail" Parka;
Rechts: N-3B "Olive Drab" Parka - hier
ein späteres Modell, bereits mit Kunstfell.

Zu durchaus breiterer Bekanntheit hat es auch der deutsche "Bundeswehrparka" aus den 1970er-Jahren geschafft - ich selbst habe auch so einen besessen. Der Nachteil dieses Parkas ist, dass er sehr schwer ist - allerdings auch unverwüstlich und kaum kaputtzumachen!


Mein eigener hatte keine
Aufnäher mehr. Quelle: Ebay


Seither wurden Parkas nicht nur beim Militär verwendet, sondern auch beim Bergsport oder einfach bei kaltem Wetter. Ein Hersteller, der geradezu Pionierarbeit bei Outdoorkleidung und Outdoorequipment geleistet hat, war Holubar in den USA.

Holubar ist zum Beispiel für die Verwendung vom bahnbrechenden "60/40"-Material (60%Baumwolle, 40% Nylon - mit baumwolligem Griffgefühl, aber stark wasserabweisend) verantwortlich. Man stellte auch den ersten "Mountain Parka" - der oft fälschlicherweise der Marke Sierra Designs zugeschrieben wird - her.

Robert de Niro in einem Mountain Parka von Holubar.
Quelle: United Artists


1981 von the North Face übernommen, feierte die Marke Holubar 2011 ein Comeback, nachdem der Markenname von einigen enthusiastischen Italienern übernommen worden war. Möglicherweise nicht ganz so gut wie die Originale, sehen die neuen Holubar-Jacken jedenfalls ausgesprochen gut aus - ich persönlich finde die Winter-Variante des Mountain Parkas äußerst interessant:


Quelle: holubar.it


Geht es nach der gängigen Mode, sollte man derzeit allerdings entweder einen Woolrich- oder Canada Goose-Parka besitzen, am besten mit auffälligem Fellbesatz. Zweifellos über gute Qualität erhaben, sehen vor allem das "Arctic Parka"-Modell von Woolrich und der "Chateau-Parka" von Canada Goose sehr gut aus... Ich persönlich mag zwar Fellkapuzen sehr, aber mir sind diese hier am Ende optisch doch schon zu viel:


Links: Arctic Parka; Quelle: woolrich.com.
Rechts: Chateau Parka. Quelle: canadagoose.com


Ich sehe auch keinen Sinn darin, in unseren Breitegraden eine Winterjacke zu besitzen, die für Temperaturen ab minus 15°C und kälter gedacht ist, denn solche Temperaturen sind selten geworden. Abgesehen davon möchte ich aus verschiedenen Gründen keine Jacke verwenden, die Koyotenfell an der Kapuze hat! Interessanterweise wird der "Arctic Parka" neuerdings auch ohne jeglichen Pelz angeboten (Kunstpelzbesatz beziehungsweise auch Lammfell gab es eigens für einige Warenhäuser wie zum Beispiel P&C auch). Canada Goose hat auch einige wenige Jacken ganz ohne Pelzbesatz im Programm, und bei den meisten Parkas ist der Fellbesatz ohnehin optional.


Links: Arctic Parka 'No Fur'; Quelle: woolrich.com. Rechts: Selkirk Parka;
Quelle: canadagoose.com


Woolrich Arctic Parka Fake Fur.
Quelle: Far Fetch Online Shop



Generell denke ich, dass ein Winterparka eher eine Gebrauchs- und Funktionsjacke ist und kein Statussymbol - daher sind mir Marken wie Canada Goose oder Woolrich in diesem Fall viel zu teuer... interessanter finde ich da schon den Penfield Apex-Parka, einige Modelle von Alpha Industries oder den Isthmus-Parka von Patagonia:



Links: Apex; Quelle: penfield.com. Rechts: Isthmus; Quelle: thenorthface.com


Wer Geld sparen möchte, dem sei hier in Österreich oder in Deutschland "Best Secret" empfohlen... Da gibt es zum Beispiel Holubar stark reduziert!


Wenn ich mich für einen neuen Parka (den ich derzeit aber absolut nicht benötige) entscheiden müsste, wäre das wohl am ehesten der Holubar Deer Hunter Parka, dicht gefolgt von Penfield und Patagonia...


NACHTRAG:

 

Ohne Worte (Best Secret macht's möglich!):

 



 
 


Dezember 2016

 

 UPDATE:

So genial der Holubar Parka verarbeitet scheint und so toll er auch aussieht... Nach dem ersten Tragen musste ich feststellen, dass da zwei Risse entstanden sind - innerhalb der seitlichen Einschubtaschen. So muss ich die Jacke leider zurückschicken...







1 Kommentar:

  1. Viele wissen nicht, dass das eigentliche Orginal von Holubar kommt. Deren Preise halte ich allerdings für unangemessen. Sierra Designs hat den Parka leider aus dem Programm genommen.

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